Auf der Suche nach intelligentem Leben

Gerade eben las ich folgenden grandiosen Text von Sascha Lobo: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/lobo-kolumne-hilferuf-an-die-mindestens-durchschnittlich-begabten-a-1072955.html.  Hosianna! Man sollte diesen Text ausdrucken und Rosinenbomber-mäßig über dem ganzen Land abwerfen – oder zumindest allen Facebook-Hetzern und –Trollen alternativ auf den Monitor tackern.

Selten hat mir jemand so aus der Seele gesprochen. Auch ich bin es leid. Ich habe keine Lust mehr mit Menschen zu diskutieren, die das Wort „differenzieren“ weder buchstabieren können, noch wissen, dass „differenzieren“ nichts mit den Grundrechenarten zu tun hat. (Bei Unklarheiten zum Thema Grundrechenarten hilft folgender Wikipedia-Eintrag weiter: https://de.wikipedia.org/wiki/Grundrechenart. Bei Unklarheiten zum Thema Ironie verweise ich auf: https://de.wikipedia.org/wiki/Ironie. Bei Unklarheiten zu Wikipedia einfach mal auf https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia klicken.)

Ich bin es leid, mit Menschen darüber streiten zu müssen, ob einem Politiker, dem angedroht wird, demnächst mit einem Schild um den Hals mit der Aufschrift „Ich bin ein Vaterlandsverräter“ an der nächsten Laterne zu baumeln oder „ins Gas“ geschickt zu werden, mal verbal der Kragen platzen darf.

Und nein, ich brauche auch keine moralinsauren Belehrungen von Menschen, deren einziger Lebensinhalt offenbar daraus besteht, neunmalkluge Facebook-Einträge vom hohen Ross auf das Volk herniederprasseln zu lassen.

Ich möchte nicht von Menschen umgeben sein, deren größte Sorge es tagelang ist, ob imaginäre Rauchmelderkontrolleure illegal durch die Lande streunen. Pro-Tipp: Einfach nicht aufmachen, wenn es klingelt! Alternativ den Aluhut aufsetzen und zum fliegenden Spaghettimonster beten!

Schon klar, liebe Zu-Kurz-Gekommene, die ihr unter dem Deckmäntelchen der Meinungsfreiheit Eure verdrehten Wahrheiten ins Netz kotzt: Eure Meinung ist Eure. Und deswegen dürft ihr sie auch gerne behalten. Exklusiv.

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Zick-Zack-Siggi

Liebe Frau Fahimi,

ich weiß, dass Generalsekretären die manchmal ein wenig undankbare Aufgabe zufällt, bissiger und frecher zu formulieren, als es eigentlich notwendig wäre. Das ist legitim, fördert die Diskussionskultur und hat im besten Falle sogar einen gewissen Unterhaltungswert. Provokation um des Provozierens Willen hingegen ist nicht nur überflüssig, sondern in einer politisch aufgeheizten Lage wie der momentanen schlicht kontraproduktiv.

Statt die Reihen innerhalb der Großen Koalition – und gerne darüber hinaus – zu schließen und gemeinsam Extremisten jeder Couleur die Stirn zu bieten, haben Sie  sich lieber dafür entschieden, Stimmung gegen die Kanzlerin zu machen und weiterhin politische Spielchen zu treiben.

Vielleicht ist im Willy-Brandt-Haus der Fernseher kaputt oder es steht mal wieder jemand auf der Leitung, aber: Die Menschen da draußen erwarten, dass die aktuellen Probleme rund um die Flüchtlingskrise gelöst werden. Politische Scharmützel hingegen braucht derzeit kein Mensch. Ihre Sticheleien heben Sie sich also besser für den nächsten politischen Aschermittwoch auf.

Zugegeben: Der Gag, den sie heute morgen gebracht haben, war nicht schlecht: “Angela Merkel steht nicht dafür, dass sie ausgereifte Gesellschaftskonzepte auf den Tisch legt, sondern dafür, kurzfristig zu agieren und auf Sicht zu fahren”, haben sie verkündet. Ich habe herzlich gelacht. Denn das “langfristige Gesellschaftskonzept” der SPD sah in diesem Jahr bekanntlich wie folgt aus:

Zu Beginn des Jahres löste der CSU-Slogan “Wer betrügt, der fliegt” kollektive Schnappatmung aus. Wenige Wochen später sah sich SPD-Chef Sigmar Gabriel – den kennen Sie offenbar nicht persönlich, aber das ist der, der immer das Gegenteil von dem macht, was Sie verkünden – dennoch genötigt, “berechtigte Ängste und Sorgen” von Pegida-Demonstranten ernst zu nehmen. Offensichtlich nicht allzu lange, denn im Sommer subsumierte Ihr Parteichef “Asylgegner” zur besonderen Freude aller Twitterer kurz und bündig als “Pack” – nur um im Herbst mit der Forderung nach einer Asylobergrenze erneut in trüben Gewässern nach entsprechenden Tassen zu fischen.

Liebe Frau Fahimi, mal ganz im Vertrauen unter uns Humoristen: Ich hoffe, dass die Kanzlerin noch sehr lange “auf Sicht” fährt. Denn solange sitzt Sigmar Gabriel maximal auf dem Beifahrersitz. Falls er sich nicht vorher selbst wahlweise nach links oder rechts aus der Kurve katapultiert.

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Vollhupen

Radiohören beim Autofahren  ist an und für sich eine feine Sache. Ein bisschen furchtbare Musik aus den 80ern, 90ern und von heute, alle 30 Minuten das Neueste von Vorgestern und zwischendurch Seitenbacher-Müsli-Werbung. Eben allerdings ist mir gerade ein wenig die Hutschnur geplatzt.

Da berichtet ein großer hessischer Radiosender vom Besuch von Kanzlerin Angela Merkel in der Erstaufnahmeeinrichtung im sächsischen Heidenau. Und der Reporter ist hörbar verstimmt angesichts von „Muttis“ Auftritt. Als „beschämend und abstoßend“ hatte Merkel die fremdenfeindlichen Krawalle vom Wochenende bezeichnet und betont: „Es gibt keine Toleranz gegenüber denen, die nicht bereit sind zu helfen”.

An einer solch glasklaren Aussage gibt es eigentlich wenig misszuverstehen – außer offenbar, wenn man Radioreporter ist. „Der Auftritt war schon ein bisschen enttäuschend“, urteilt der Journalist. Schließlich habe Merkel die Worte „beschämend“ und „abstoßend“ bereits in ihrer ersten Stellungnahme am Montag verwendet.

Das geht natürlich gar nicht. Warum nicht „ekelerregend“ und „widerlich“? Oder „furchtbar“ und „zum Kotzen“? Das hätte sehr viel mehr Wumms gehabt, da hätten sich die Probleme doch bestimmt von selbst aufgelöst.

Außerdem, so der findige Radiomensch weiter, habe die Kanzlerin dem bemitleidenswerten Bürgermeister von Heidenau kein Geld zugesagt, sondern stattdessen „ganz allgemein eine Gesetzesänderung Ende September“ in Aussicht gestellt. Dass von einer Gesetzesänderung am Ende im Idealfall ALLE Einrichtungen deutschlandweit profitieren und wir eben nicht in einer Bananenrepublik leben, in der die Regierungschefin per huldvollem Winken je nach Gusto den Geldhahn aufdreht, wird mal flugs ausgeblendet. Wäre ja auch keine so schöne Geschichte gewesen und hätte den Tenor der Sendung  – „Enttäuschende Merkel enttäuscht“ –  unnötig verwässert.

Da passt es auch ins Bild, dass in unserer Hashtag-Demokratie das Schlagwort #MerkelSchweigt zum Renner avancierte. Dass es die Kanzlerin war, die bereits in ihrer Neujahrsansprache scharfe Kritik an den fremdenfeindlichen Auswüchsen rund um die Irrläufer von Pegida übte (siehe http://www.spiegel.de/politik/deutschland/merkel-kritisiert-pegida-bei-neujahrsansprache-scharf-a-1010785.html), das haben wir ja alle schon wieder vergessen, weil dazwischen bereits 100 weitere Empörungs- und Shitstormwellen über uns hinweggerollt sind.

Feine Sache, denn dann erinnert sich auch keiner mehr daran, dass „Sigmar-Pack-Gabriel“ eben jenen Pegida-Anhängern noch im Februar zugestand, dass es ein Recht darauf gebe, „deutschnational zu sein und Dummheiten zu verbreiten“ (http://www.welt.de/politik/deutschland/article137107253/Fuer-Gabriel-gehoert-Pegida-zu-Deutschland.html).

Bevor ich mich aber nun zur Forderung versteige, das „Recht auf Dummheit“ bitteschön auch ins Grundgesetz aufzunehmen – was aufgrund der Macht des Faktischen mutmaßlich überflüssig wäre – möchte ich doch lieber zu einem kleinen Appell ansetzen:

Liebe Mit-Demokraten aller Parteien, liebe Journalisten, lieber klar denkender Teil der Menschheit: Hört doch bitte, bitte auf, Euch gegenseitig darin zu überbieten, aus dem widerlichen Verhalten einiger Dumpfbacken eigenen, medialen Profit schlagen zu wollen. Lasst – im übertragenen Sinne – die Gummistiefel nach diesem Dammbruch rechtsextremer Gewalt im Schrank und stattdessen den Worten lieber Taten folgen. Und lasst euch- verdammt noch mal! –  nicht von einigen wenigen auseinanderdividieren. Ein Blick ins Geschichtsbuch könnte hier hilfreich sein.

Wir stehen alle auf der gleichen Seite. Und wenn wir endlich aufhören, uns gegenseitig mit Dreck zu bewerfen, ist das vielleicht demnächst auch mal wieder erkennbar.

Danke fürs Zuhören. Und jetzt weiter im Programm.

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Great Expectations

Ein ganz normaler Donnerstagnachmittag im Büro. Ich starre gerade ein paar Luftlöcher an die Decke. Der Nagellack auf meinen Fingernägeln trocknet heute nur sehr, sehr langsam. Ich atme. Mehrfach. Puh.

Da – ein Geräusch! OhmeinGottdasTelefonschellt!!!

“Guuuuuden Taaaach, Müller-Schulze-Schmidt mein Name. Ich tät gern mal den Herrn Tauber sprechen – oder am besten lieber gleich die Kanzlerin, die Frau Määärkel.”

Nichts leichter als das, denn:

Mein Name ist Ruppert. Esther Ruppert.

Und ich arbeite in der Schaltzentrale der Macht.

Washington D.C., Paris, Berlin, Wahlkreisbüro Gründau-Lieblos.

Bäääääääm.

In einer Reihe mit den ganz großen. Der richtig heiße Scheiß. Auf Du und Du mit Spitzenpolitikern. Meinem Chef zum Beispiel. Und… ähm.

Egal:  Wenn irgendwo in der Welt ein Problem entsteht, dann bin ich zur Stelle. Ein kurzer Anruf genügt. Sie wollen direkt mit der Kanzlerin sprechen? Kein Ding, ich verbinde! Gerne buche ich Ihnen auch ihre nächste Urlaubsreise zum Jupiter oder vermittle Ihnen einen Termin in der Bürgersprechstunde von Mahatma Gandhi. Sie wünschen sich, dass Prinzessin Diana und Prinz Charles es noch einmal miteinander versuchen? Klar – und für das nächste Konzert von Elvis besorge ich Ihnen rucki-zucki eine Freikarte. Wie wär’s darüber hinaus mit Umfragewerten über 25 Prozent für die SPD? Oder Nutella ohne Kalorien?

MAN REICHE MIR EINEN KREIS, DAMIT ICH EIN QUADRAT DARAUS FORMEN KANN!

Wie bitte? Sie wollen, dass die Offenbacher Kickers Deutscher Meister werden?

Jetzt bitte mal nicht übermütig werden: (T)Zaubern kann ich nicht.

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Echte Liebe gibt’s nicht in Wolfsburg

Zunächst eine Warnung: Dies wird ein subjektiver Text. Ein sehr, sehr subjektiver Text. Aber das muss jetzt einfach mal sein, weil Fußball an sich eine sehr subjektive Angelegenheit ist, die man rational nicht erklären kann. Für Fußball interessiere ich mich seit ich elf Jahre alt bin. Das war 1990 und Deutschland war gerade zum dritten Mal Fußballweltmeister geworden. Ich bin also ein echter Erfolgsfan, wenn man so will. Das zeigt sich auch daran, dass ich in Folge dieses Großereignisses zu einer glühenden Verehrerin des 1. FC Kaiserslautern avancierte, der in der Nach-Weltmeister-Saison 1991 sensationell Deutscher Meister wurde. Damals konnte ich freilich noch nicht wissen, dass Erfolg und der FCK zehn Jahre später ungefähr so gut zusammenpassen würden wie eine Sahnetorte mit Wasabi-Füllung – aber das ist ein anderes Thema.

Wer Fan eines Vereins ist, der braucht neben Fußballsachverstand (Eckball, Abseits, Foulelfmeter etc. etc.) vor allen Dingen eins: ein ordentliches Feindbild. In meinen Anfangsfanjahren war das der FC Bayern München, den ich ob seiner Transferpolitik (Ihr kauft uns nicht nur Bruno Labbadia sondern auch noch Ciriaco Sforza gleich zweimal weg – really?!?) von ganzem Herzen und mit großer Inbrunst verabscheute. Dann verloren die Bayern im Jahr 1999 das Champions League-Finale in letzter Minute gegen Manchester und ich verspürte seltsamerweise so etwas wie Mitleid, was ich hinter fachmännischen Analysen („Pah, jetzt seht ihr mal, wie das ist, wenn man in letzter Minute so ein Scheißtor fängt!“) zu verstecken versuchte.

Später dann fingen die Bayern an, auf junge Spieler wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller zu setzen, die seit gefühlt 100 Jahren das Bayern-Trikot tragen. Sympathiebolzen wie Claudio Pizarro dürfen sich auf der Bayern-Bank ihr Gnadenbrot verdienen und einen großartigen Präsidenten (nein, nicht Uli Hoeneß, sondern Kurt Landauer) hatten sie auch mal. Kurz gesagt: Ich hasse die Bayern nicht mehr. Sie sind mir im Großen und Ganzen herzlich egal und wenn sie in der Champions League Real Madrid – oder besser gesagt: Cristiano Ronaldo – mal ordentlich eine vor den Latz knallen, dann freue ich mich sogar ein bisschen (okaaaaaaaay, ich raste dann dezent aus).

Dem Fußballgott sei es gedankt, dass das nächste Feindbild schon auf mich wartete. Beruflich hatte es mich mittlerweile in die Nähe von Frankfurt verschlagen. Und dort traf ich auf so ziemlich das schlimmste (nach Waldhof Mannheim) was es für Lautern-Fans gibt: Eintracht-Fans. Ein Großteil meiner geschätzten Ex-Redakteurskollegen ist dieser Geschmacksverirrung erlegen und auch meine neuen Kollegen im Bundestagsbüro haben von ihren Vätern und Großvätern in dieser Angelegenheit nur Blödsinn mit den auf den Weg bekommen. Seit Jahren ist es für mich also lieb gewordene Tradition geworden, mir verbale Scharmützel auf höchstem intellektuellen Niveau („Absteiger!“ „Idrissou spielt Champions League“, „Natürlich war das damals 1992 in Rostock KEIN Elfmeter. Dem Schiri sollte man auf dem Römer ein Denkmal bauen“, „Zweimal Meister, zweimal Pokalsieger in den 90ern!“, „Und trotzdem dreimal abgestiegen“, „Antalya-Cup-Sieger 2011“, „Sag ich doch: Absteiger!!!“) zu liefern.

Kurz zusammengefasst: Die Frankfurter Eintracht der 2000er ist mein FC Bayern der 90er. Meinem FCK in herzlicher Abneigung verbunden aufgrund jahrzehntelanger Duelle auf und neben dem Platz (Stichwort: Schlachtfest in der Pfalz. Räusper.)

Und dann gibt Vereine wie den VfL Wolfsburg. Seit 1997 in der ersten Liga zuhause und als VW-Werksverein schon damals ein bisschen das Schmuddelkind der Bundesliga, vergleichbar mit anderen Sponsored-by-Papi-Clubs wie Bayer Leverkusen, RB Leipzig und der TSG Hoffenheim. Diese Wolfsburger also, die 2009 unter Felix Magath (das ist, der, der den Kader später auf gefühlt 100 Spieler aufblähte, so dass der VfL spielend eine eigene Mini-Liga gegen sich selbst ins Leben hätte rufen können) Deutscher Meister wurden, waren am Dienstagabend in Frankfurt zu Gast. Ein echtes Kracherspiel, sollte man meinen, immerhin belegt der VfL derzeit Platz zwei der Liga und hat am Freitagabend den FC Bayern mit einem furiosen 4:1 vom Platz gefegt. Auf die Besucherzahlen für das Match gegen Frankfurt hat sich das allerdings nicht ausgewirkt: 34400 zahlende Gäste, das bedeutet Minusrekord in dieser Saison. Läppische 200 Wolfsburg-Anhänger, darunter wahrscheinlich etliche VW-Pensionäre auf Kaffeefahrt, spielten in der Commerzbank-Arena, die für mich auf immer und ewig das Waldstadion bleiben wird, „Mein rechter, rechter Platz ist leer“.

Und da frage ich euch, liebe Leser, die ihr bis hierhin durchgehalten habt (dafür Respekt und Anerkennung!): Wollt ihr das wirklich? Wollt ihr in der Bundesliga künftig nur noch gegen künstlich aufgepimpte Retortenvereine ohne Ecken und Kanten spielen? Wollt ihr am Stammtisch nur noch in der „guten alten Zeit“ schwelgen können, als Fußballschuhe noch schwarz und nicht schweinchenrosa (Und die scheiß Herzen plus der  Name der gerade aktuellen Spielerfrau! Vergiss die scheiß Herzen nicht!!!) waren? Als Weltmeister wie André Schürrle zu Inter Mailand oder Real Madrid aber doch nicht – verdammt noch mal! – nach WOLFSBURG wechselten?

Am Dienstagabend habe ich das erste Mal Mitleid mit den Fans der Frankfurter Eintracht gehabt. Weil sie sich das Stadion mit diesem kläglichen grün-weißen Werder Bremen-Abklatsch (Ich sage nur De Bruyne, Naldo, Hunt, Allofs) teilen mussten, dessen einziger Beitrag zur Stimmung im Stadion daraus bestand, die kalte Frankfurter Februar-Luft wegzuatmen.

Nein, liebe Wolfsburger: André Schürrle mögt ihr für 32 Millionen bekommen haben. Aber die Herzen von uns echten Fußballfans aus Lautern, Frankfurt, Darmstadt, Offenbach, Bremen, Hamburg, Dortmund, Schalke, Gladbach und wegen mir auch München kriegt ihr nicht. Tore kann man vielleicht kaufen.

Echte Liebe (Gruß an den BVB!) nicht.

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Mohammeds Tränen

Mohammed weint. Zu Recht, wie ich finde, denn in seinem Namen haben radikale Islamisten allein in der vergangenen Woche in Paris 17 Menschen und in Nigeria mehrere tausend Menschen getötet. Da darf man schon mal trotz Abbildungsverbot öffentlich ein paar Tränen vergießen und wenn es nur aus Gründen des Fremdschämens ist.

Mehrfach habe ich in den vergangenen Tagen folgende Interpretation des aktuellen Charlie-Hebdo-Covers gelesen: Die Tränen des Propheten, verbunden mit dem Slogan „Alles ist vergeben“, seien eine große Geste der Versöhnung, eine Handreichung  an alle Muslime als Zeichen des Verzeihens. Seltsam, ich kann mich gar nicht erinnern mit „allen“ Muslimen im Clinch gelegen zu haben – aber das sei nur am Rande bemerkt.

Ich verstehe die Zeichnung ohnehin gänzlich anders: Der Prophet weint. Das ist aller Ehren wert. Aber „Alles ist vergeben“?!? Charlie Hebdo wäre nicht Charlie Hebdo, wenn dahinter nicht eine ironische, in Anbetracht der Umstände völlig zurecht zynische Botschaft stecken würde: Mit ein paar wohlfeilen Tränen ist es nicht getan. Taten müssen folgen. Radikales Gedankengut darf nirgendwo auf fruchtbaren Boden fallen, weder in Syrien noch in Dresden.

Auch der Generation unserer Großväter und Urgroßväter hat man nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges die Hand gereicht. Annehmen muss man die ausgesteckte Hand allerdings auch. Nicht nur aus Vernunft. Sondern aus vollem Herzen.

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Stadionkodex für das Singen ethisch-moralisch vertretbarer Fußballsongs

Nach dem  „Gaucho-Gate” ist das Singen folgender Lieder ab sofort verboten:

–          „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“ (Sexuelle Belästigung)

–          „Schwarz-weiß wie Schnee, das ist die SGE“ (Verherrlichung von Drogen)

–           „You`ll  never walk alone” (Gefahr staatlicher Überwachung)

–          „Er steht im Tor“ (Gendertechnisch `ne Katastrophe)

–          „Black and White“ (Rassistisch)

–          „Un Estate Italiana“ (Nationalistisch)

–          „Die Hände zum Himmel“ (Schlechte Erfahrungen gemacht)

–          „Er macht ihn rein“ (Schweinskram)

–          „Wir würden nie zum FC Bayern München gehen“ (Lüge)

–           „Fußball und Dosenbier“ (Schlechtes Vorbild für die Jugend)

–           „Seven Nation Army“ (Militaristisch)

–          „Schland, oh Schland“ (Verhunzung der Sprache Goethes und Schillers)

–          „Gute Freunde kann niemand trennen“ (Franz Beckenbauer)

–          „Forever Number one“ (Klingt nach 1000-jährigem Reich)

–          „Rockin’All Over the World“ (Nein, einfach NEIN!!!)

Weiterhin erlaubt sind folgende Songs:

–          „Olé, olé“ (Niedrigschwelliges Angebot für Einsteiger-Fans)

–          „Deutscher Meister wird nur der FCK“ (Tatsache)

Gutmenschentum: 1

Gesunder Menschenverstand: Nuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuull

Bitte! Danke!

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